PC003 Wirtschaft

In dieser Folge sprechen Marf und Diemen sich über ihre Ansichten zur Wirtschaft aus.

Im politischen Kompass reden Marf und meine Wenigkeit sowohl über Brandaktuelle Themen der Politik und Wirtschaft als auch über Evergreens wie “Soziale Gerechtigkeit”, “Kultur” und “Gesellschaft”

Dabei versuchen wir die Themenblöcke jeweils in Blöcken herauszubringen und als ganzes Format zu veröffentlichen, sodass ihr die Möglichkeit habt selbst zu bestimmen wie lang ihr unseren Ausführungen Gehör schenken wollt.

Wie immer sind eure Meinung zum Format, der Darreichungsform sowie unserer Meinung herzlich gern gesehen. Auf iTunes sowie unter http://war-klar.de in der Kommentarspalte!

Hinweis: Ab irgend einer Folge bin ich mit dem zählen durcheinander gekommen. Die Podcasts haben die richtige Reihenfolge, ich erzähle nur zwischen drin Quatsch wenn ich sage welche Nummer das ist.

avatar Diemen
avatar Marf

2 Gedanken zu „PC003 Wirtschaft“

  1. also bisher weiche ich von euch recht wenig ab, mit eurer einstellung zum thema anwesenheitspflicht in schulen habe ich allerdings schon ein problem, da ich nicht der meinung bin, dass kinder gezwungen sein sollten, einen bestimmten teil des tages an einem ort verbringen zu müssen, an dem sie dann auch noch der häufig willkürlichen autorität eines lehrers ausgesetzt sind.
    ich persönlich hatte als kind und jugendlicher, nicht nur ein problem mit der zeit(mit zunehmendem alter hat sich meine “optimale schlafenszeit” immer weiter nach hinten verschoben, aufstehen musste ich aber trotzdem zur gleichen zeit und später sogar noch früher), zu der ich die schule besuchen musste, sondern habe auch sehr darunter gelitten, im klassenraum “eingesperrt” zu sein.
    ich denke, dass es vielen schülern so geht, dass diese unausgeschlafen zur schule gehen und eigentlich noch nicht richtig aufnahmefähig sind und erst recht keine gute müdliche mitarbeit erbringen können, was in den meisten fächern doch einen recht großen einfluss auf die note hat, außerdem ist es nicht grade gesund, ständig von seinem natürlichen schlafrhythmus ab zu weichen, um rechtzeitig in der schule zu sein.
    für mich hat sich die zeit, die ich in der schule verbracht habe, auch seit ich angefangen habe, den vorgegebenen schulbesuch nicht mehr als unabänderliche tatsache an zu sehen, als enorm verschwendet angefühlt, da ich meistens einen tag vor einer klassenarbeit gelernt habe und dann auch in der regel nur ein paar stunden und wenn es in dieser zeit möglich ist, alles was man in etwa 2 monaten unterricht verpasst hat, nach zu holen, hätte man die zeit, die man gezwungen war, in der schule rum zu sitzen, auch besser nutzen können.

    ich perönlich lerne gerne neues, auch heute noch(meine schulzeit ist schon ein paar jährchen her), denke aber, dass ich als jugendlicher, wie wohl auch viele andere jugendliche, eine abneigung gegen das lernen entwickelt habe und durch die schule dazu konditioniert wurde, lernen als eine qual, der man sich entziehen sollte, wahr zu nehmen und ich denke, dass man kinder und jugendliche davor schützen könnte, ihren natürlichen lerntrieb so sehr “weg konsitioniert zu bekommen”, indem man ihnen selber die verantwortung für ihre informationsaneignung überlässt.

    ich halte es auch für wichtig, dass kinder und jugendliche über ein gewisses mindestmaß an bildung verfügen, allerdings denke ich, dass dieses auch erreichbar ist, ohne sie mit etwas zu quälen, das sie unter anderen umständen und mit anderen methoden geren tun würden.
    eine möglichkeit wäre es beispielsweise, dass kinder einen lernplan bekommen, den sie dann selber abarbeiten müssen und deren abarbeitung auch durchgesetzt werden kann, solange ein schüler aber selbstständig dazu in der lage ist, sein soll an bildung zu erfüllen, sollte man ihn auch nicht daran hindern, seinen sonstigen alltag so zu gestalten, dass dieser sein leben genießen kann und eventuell noch deutlich mehr lernt, als es in der schule möglich wäre.

    ich denke auch, dass man auch erst mal lernen muss, wie man überhaupt effektiv lernt(was ich größtenteils erst spät und selbstständig, also nicht in der schule und zu großen teilen erst nach meiner schulzeit gelernt habe), aber ich denke nicht, dass das heute schon wirklich in schulen gelehrt wird und beispielsweise “von der tafel abschreiben”, halte ich perönlich nicht für eine sonderlich effektive lernmethode.
    schüler sollten mit ihren lernmethoden mit denen der schulen konkurrieren können, statt die der schule, auf die sie grade gehen und die der derzeitige lehrer bevorzugt, nutzen zu müssen, selbst wenn sie diese für nicht effektiv und nicht effizient halten.
    wenn man selbstständig etwas erreichen will, ist man in den meisten fällen wohl deutlich erfolgreicher, als wenn man zu etwas so sehr gezwungen wird, dass man sich dagegen streubt, oder sogar wehrt.

    (als kleiner nachtrag: es ist übrigens auch möglich, seine kinder nach der schule flaschen sammeln zu schicken und es ist auch möglich, schülern das recht ein zu räumen, die schule zu besuchen, ohne dass es für die kinder einen zwang gibt, den ich in seiner heutigen form sogar schädlich für die psyche und charakterentwicklung(beispielsweise was das lernen von selbstständigkeit und eigenverantwortung angeht) der schüler halte. (von den rücken und gelenkproblemen mal abgesehen, die durch das viele sitzen, in diesem jungen alter, entstehen können.))

  2. Hallo artist formerly known as anonymous,
    ich glaube auch hier gehen unsere Meinungen nicht soweit auseinander. Meine Frau hat mich da absolut von Schulmodellen überzeugt die freies Lernen fördern (also individuelle Schwerpunktsetzung, flexible Schulzeiten und hohes Maß an selbstständigem Lernen). Ein “Schulpflicht” wäre in meinen Augen also ein gewisses Mindestpensum an Anwesenheit, um den Lehrern zu ermöglichen einen regelmäßigen Einblick in die Entwicklung der Schülern zu erhalten und grundsätzliches zu vermitteln (“lernen zu lernen”, gefällt mir). Das könnte man dann noch mit spezifischen Projekten, Gruppen und Förderprogrammen abrunden.

    In einigen skandinavischen Ländern werden ja ähnliche Modelle bereits verfolgt und das mit Erfolg. In der BRD herrscht da leider noch weitgehend das veraltete preußische Modell vor (jetzt sogar mit Zentralabitur… *kotz*), welches zwar allen Schülern ein einheitliches Mindestmaß an Bildung vermitteln soll, aber individuelle Stärken, Bedürfnisse und Interessen weitgehend außer acht lässt. Leider sehe ich hier weder auf Bundes- noch auf Länderebene eine Bestrebung das für die öffentlichen Schulen zu verbessern, was durch den Wandel der Anforderungen unserer Gesellschaft jedoch dringend nötig wäre. Jedoch bin ich auch hier für Evolution vor Revolution, da wir sonst das Risiko eingehen eine ganze Generation mit übereilter Bildungspolitik ihrer Chancen zu berauben (Ja, ich schaue in eure Richtung NRW-Rot/Grün! und ja, ich habe auch ein waches Auge auf eure digitale Bildungspolitik Schwarz/Gelb!)

    Das mit dem Schlafrhythmus spricht mir absolut aus der Seele. Möchte nicht drüber nachdenken wie oft ich von meinen Lehrern angemault wurde, weil ich im Unterricht gegähnt habe (“Du wagst es einen natürlichen Reflex nicht zu unterdrücken?! Schande über dich!!!”). Zumal hier ja auch biologische Faktoren eine Rolle spielen, welche sich von Mensch zu Mensch unterscheiden und nur schwer zu beeinflussen sind. Das erinnert ein bisschen an die alten Zeiten, als Linkshänder noch dazu gezwungen wurden mit rechts zu schreiben und gehört meiner Meinung nach auf den selben Komposthaufen der Geschichte.

    Doch bevor ich hier völlig schwarzmale muss ich mal dem dualen Ausbildungssystem mein Lob aussprechen. Hier wird meiner Meinung nach sehr viel richtig gemacht, in dem man standardisierte Mindestbildung mit praktischer Erfahrung mischt. Hinzu kommt, dass sich der Auszubildende (im Idealfall) ausgesucht hat, was er lernen möchte und dies auch direkt auf die professionelle Zukunft beziehen kann. Zudem können Schule und Betrieb als bilaterales Korrektiv agieren. Ich persönlich habe jedenfalls, trotz mehrfacher Berufswechsel, ganz gute Erfahrungen damit gemacht, aber wie immer… YMMV.

    Insgesamt also schon sehr widersprüchliche Paradigmen die in der Bildungspolitik vorherrschen.

    Wie immer ein fettes Danke für den fetten Kommentar und an alle anderen: bleibt neugierig, bleibt kritisch und niemals aufhören zu lernen.

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