POST049 Alarmismus & Ausweglosigkeit

Alarmismus ist laut der Wikipedia ein „politisches Schlagwort“ das die übertriebene Darstellung eines Problems bezeichnet um den anhängenden Diskurs nach den eigenen Vorstellungen zu bestimmen und zu entwickeln. Dabei kommt er uns vor allem deswegen so prominent und ständig vorhanden vor, weil die Gegner politischer Thesen gern das pure Aufkommen des Themas bereits als „alarmistisch“ bezeichnen. Prominente Beispiele dafür sind schnell zu finden: Big Oil, Überwachungsstaat, Klimawandel – Und das sind nur die Themen die ganze Generationen beschäftigen.

In der aktuellen Folge haben KWiNK und Diemen sich nun mit dem Alarmismus in seiner heutigen Form auseinandergesetzt und diskutieren ihn anhand aktueller Beispiele wie der uns alle betreffenden COVID-19 Pandemie, aber auch anderen Themen. Diemens These dabei: Zum allgegenwärtigen Alarmismus hat sich eine neue Spielart hinzugemischt um mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen. Der Fatalismus. Die Idee also, dass es egal ist was wir tun, da unser Weg von einer höheren Macht (Dem Universum, Gott, der Realität und Wissenschaft) einfach vorherbestimmt ist, freier Wille eine Lüge und der allgemeine Handlungsspielraum eine Illusion.

Begleitet uns wenn wir die Frage diskutieren, wann Fatalismus in der politischen Kommunikation anfing, ob er ein Erfolgsrezept ist und ob er eine echte politische Strategie, oder lediglich ein Ausdruck eines Gefühls bedingt durch die Pandemie ist.

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Diemen
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Kwink

POST048 Wehrpflichtdebatte im Wandel

Wenn wir jung sind erklären viele europäische Eltern ihren Kindern, dass wir in einer friedlichen Welt leben und versuchen ihnen zu erklären wie glücklich sie sich schätzen können in Friedenzeiten geboren zu sein. Denn noch immer ist Frieden keine Selbstverständlichkeit und es existieren zahlreiche Krisenherde auf der Welt.

Und doch drängen sich einige Fragen auf, wenn wir über die Verteidigung unserer Länder sprechen: Warum braucht es Nationalarmeen? Weswegen sollen wir uns in fremde Konflikte einmischen? Und warum schaffen wir Armeen nicht einfach komplett ab (Eine Frage, die gerade in Deutschland durchaus eine Historie hat)?

Trotzdem muss man feststellen, dass es einen weltweiten Konsens zu der Frage zu geben scheint, ob Militär nun sinnhaft ist oder nicht. Die Antwort der Gesellschaft lautet im gros: Ja.

Aber wie kommen diese Armeen eigentlich zustande? Ist es die Pflicht jeder Person dem Land, in dem sie lebt, auch militärisch zur Verfügung zu stehen? Sollten Armeen nur von denen betrieben werden, die es eben wünschen? Oder ist es wichtig ein möglichst heterogenes Aufgebot zu forcieren?

Die Frage nach der „Diversität in der Bundeswehr“ ist genau so alt wie ebendiese und trotzdem hat sich das Verständnis darum was eigentlich gemeint ist mindestens so grundlegend geändert, wie die Gesellschaft in den letzten 80 Jahren selbst.

Linkliste
Kritik an der Wehrpflicht (Wikipedia)
Défilé – 2019 (YouTube)
Stäbe Bundeswehr S1 – S6 (Wikipedia)
Alternativlos mit Frank Schirrmacher (wg.: Politischer Diskurs in Deutschland)
Elementarfragen mit Reiner Langhans (wg.: Jugend als Babyboomer in Berliner Komunen)

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Diemen
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Kevin Commer

POST047 Prekär beschäftigt in der Wissenschaft

Das Klischee ist das der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die weit über uns in ihren Elfenbeintürmen leben und wenig Ahnung von den Sorgen und Nöten der normalverdienenden Bevölkerung haben. Die Wahrheit ist, dass es nur sehr wenige in der Wissenschaft beschäftigte Menschen gibt, die sich überhaupt einen einzelnen Elfenbeinbackstein als Anfang für so einen Turm leisten könnten und wenn man zudem Frau ist, wird einem der Aufstieg zusätzlich erschwert.

Diemen und Kwink haben heute Toni zu Gast. Toni ist Diplom-Biologin, hat einen Doktortitel und forscht an einer Universität zu Verderbnisprozessen an Lebensmitteln. Sie berichtet zunächst von der wissenschaftlichen Methode und wie das Erarbeiten von Erkenntnis überhaupt funktioniert, wie Hypothesen erstellt, geprüft und wenn sie nicht zutreffen auch wieder verworfen werden. Und wie Studien veröffentlicht werden oder eben nicht, wenn sie im Peer Review-Verfahren durchfallen.

Dann erzählt sie allerdings auch, dass sie in solchen Peer Reviews als Frau schon mal übles Machogehabe erlebt. Und nicht nur da. Im Wissenschaftsbetrieb gönnt man sich untereinander oft nicht die Butter auf dem Brot, was nicht verwunderlich ist: Viele Beschäftigte in Wissenschaftsbetrieben sind prekär angestellt, müssen ständig um ihre Jobs bangen, erleben großen Druck, positive Ergebnisse zu produzieren oder wissen, dass ihre Zeit in einem Betrieb begrenzt ist. Was macht das mit Menschen? Was bedeutet das für die Ergebnisse, die sie produzieren? Diemen und Kwink hören gebannt zu, Ihr sicherlich auch.

Links:
„Der stumme Frühling“ in der Wikipedia
„Zurückgezogene Studie: Das offizielle Ende eines Forschungsskandals“, Artikel zur Wakefield-Studie aus dem SPIEGEL vom 03.02.2010
Interview zu prekären Zuständen im Wissenschaftsbetrieb (PDF) im Soziologieblog vom 17.5.2018

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Toni